Balkonanlagen: So geht Anmeldung und Anschluss

Sogenannte "Steckerfertige Anlagen", meist Balkonanlagen, müssen Sie anmelden. Dies sollten Sie beachten.

So geht’s

Prüfen Sie, ob Ihr Zähler eine Rücklaufsperre und Fehlerstrom-Schutzeinrichtung besitzt. Diese Aufgabe obliegt nicht der Prüfung des Netzbetreibers. Beides ist eine Voraussetzung.

Sie sind sich nicht sicher? Gerne können Sie uns ein Foto des Zählers zukommen lassen: Einspeiser@bonn-netz.de

Der zuständige Messstellenbetreiber (gMSB) für BonnNetz führt den Zählerwechsel für Sie kostenfrei durch. Ihnen entstehen keine Zusatzkosten für den Stromzähler mit Rücklaufsperre.

 

Anlage im Einspeiserportal anmelden

Diese Unterlagen und Daten brauchen Sie:

  • Angaben zum Anschlussnutzer (Name, Anschrift, Kontaktdaten)
  • Technische Angaben Wechselrichter

Im Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur müssen Sie Ihre Anlage registrieren:

Zum Marktstammdatenregister

Was ist eine steckerfertige PV-Anlage?

Steckerfertige Anlagen (oder auch Balkonanlagen bzw. Plug-in Solarstromanlagen genannt) sind kleine PV-Anlagen mit einer max. Wechselrichterausgangsleistung von 600 VA. Größtenteils bestehen diese aus 1 bis 2 Modulen. Angeschlossen werden diese an einer speziellen Einspeisesteckdose innerhalb des eigenen Stromkreises. Durch die Einspeisung in den eigenen Stromkreis wird ein Teil des eigenen Stromverbrauchs gedeckt.

Steckerfertige Anlagen. Das sollten Sie beachten

Allgemeines

1. Eine Stromerzeugungseinrichtung darf nur an einem Zähler mit Rücklaufsperre betrieben werden. Ein ggf. erforderlicher Zählertausch wird von uns kostenlos für Sie durchgeführt.

Nutzung und Vergütung

2. Eine Stromeinspeisung in das öffentliche Stromverteilungsnetz von BonnNetz wird vom Anschlussnutzer nicht beabsichtigt. Die selbst erzeugte Energie wird ausschließlich für den Eigenverbrauch genutzt.

3. Für die erzeugte Energie aus der Stromerzeugungseinrichtung wird kein Vergütungs- oder Förderanspruch nach dem EEG oder KWG-G beansprucht.

Anmeldung und Anschluss

4. Stromerzeugungsanlagen müssen beim zuständigen Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur grundsätzlich angemeldet werden. Für Balkonanlagen gelten grundsätzlich die vereinfachten Anschluss- und Meldevorgaben.

5. Der Anschluss an den Endstromkreis kann entweder fest (ohne Stecker) oder über eine spezielle Energiesteckvorrichtung (z. B. nach Vornorm VDE V 0628-1) unter Berücksichtigung der Anforderungen nach DIN VDE 0100-551 und DIN VDE V 0100-551-1 erfolgen.

6. Es darf maximal eine Stromerzeugungseinrichtung, an einen Endstromkreis angeschlossen werden. Bitte beachten Sie, dass ein Endstromkreis i. d. R. nicht mit einer Steckdose gleichzusetzen ist, sondern einen eigenen Anschluss an die Hausverteilung hat.

7. Die Stromerzeugungseinrichtung muss sich automatisch abschalten und trennen, wenn die Netzversorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz von den zulässigen Werten abweicht (NA-Schutz).

8. Für den Anschluss und Betrieb von Stromerzeugungseinrichtungen in Kundenanlagen muss eine entsprechende Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD/FI-Schalter) vorhanden sein.

9. Für die Errichtung und den Betrieb einer elektrischen Anlage sind die geltenden Gesetze, Verordnungen (NAV) und Normen des VDE, insbesondere auch die technischen Anschlussbedingungen (TAB) einzuhalten.

Messeinrichtung (Zähler)

10. Derzeit hat die Mehrzahl der konventionellen Bezugszähler (i. d. R. elektromechanische Ferraris-Zähler) keine Rücklaufsperre. Moderne Messeinrichtungen (digitale Stromzähler) haben i. d. R. eine Rücklaufsperre. Einen Stromzähler mit Rücklaufsperre erkennen Sie an diesem Symbol   auf dem Zähler.

11. Der zuständige Messstellenbetreiber (gMSB) für BonnNetz führt den Zählerwechsel für Sie kostenfrei durch. Ihnen entstehen keine Zusatzkosten für den Stromzähler mit Rücklaufsperre.

Rückspeisung

12. Steckfertige Anlagen sind ausschließlich zur Eigenerzeugung gedacht. BonnNetz prüft gegebenenfalls, ob eine Rückspeisung in das öffentliche Netz stattfindet. Sollte eine Einspeisung geschehen, fordern wir einen genehmigungspflichtigen Anschluss nach EEG und KWKG.

So geht die Genehmigung und Anmeldungen für Erzeugungsanlagen nach EEG

13. Anlagen mit Rückspeisung in das öffentliche Stromversorgungsnetz oder einer Gesamtanschlussleistung SAmax (Scheinleistung) von über 600 VA je Anschlussnutzeranlage müssen Sie genehmigen lassen und anmelden (nach VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105).

So geht die Genehmigung und Anmeldungen für Erzeugungsanlagen nach EEG

Steckdosen (Schuko-Stecker) und Schaltkreis

14. Die spezielle Energie-Einspeisesteckdose (z. B. nach DIN VDE V 0628-1 (VDE V 0628-1)) muss mit dem maximalen zulässigen Wert des Bemessungsausgangsstroms der Stromerzeugungseinrichtung gekennzeichnet sein.

15. Anschluss und Betrieb einer Stromerzeugungseinrichtung, wie z. B. eine Mikro-PV-Anlage, über „vertraute“ Stecker (z. B. Schuko-Stecker) an einem Endstromkreis ist auch nach der „neuen“ Vornorm DIN VDE V 0100-551-1 weiterhin nicht zulässig.

16. Der Anschluss des Endstromkreises an der Hausverteilung ist so abzusichern, dass die Summe der aus dem Netz entnommenen und im Stromkreis eingespeisten Ströme die zulässige Belastbarkeit der Leitung nicht überschreitet. Eine Überlastung des Stromkreises kann zu einem Brand führen.

17. Der Netz- und Anlagenschutz [NA-Schutz] nach VDE-AR-N 4105 oder selbsttätig wirkende Schaltstelle erfolgt nach DIN VDE V 0126-1-1

Sicherheitshinweis

18. Aufgrund der Einspeisung hinter den gängigen und verpflichtenden Schutzmechanismen kann der Stromfluss in die Kundenanlage (Haus- oder Wohnungsinstallation) im Fehlerfall weder durch Sicherungsautomaten noch Fehlerstromschutz-Schalter (RCD) abgeschaltet werden. Diese Schutzeinrichtungen sind jedoch für die Sicherheit von Personen und der Hausinstallation unabdingbar, sodass von einer ernst zu nehmenden Gefahr für die Personensicherheit und elektrische Geräte im Haushalt ausgegangen werden muss, wenn Sicherheitseinrichtungen umgangen werden.

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