Standardnetzanschluss: Das sollten Sie wissen

Das Projekt Eigenheim ist oft stressig und zeitintensiv. Mit unseren Informationen erhalten Sie als Bauverantwortlicher einen guten Überblick über die Netzanschlüsse zu Strom, Erdgas und Trinkwasser.

Wichtig zu wissen: Diese Informationen beziehen sich auf die Standardnetzanschlüsse.

Planung der Netzanschlüsse

Wo kommt der Netzanschluss hin? Wie muss der Raum beschaffen sein?
Auskunft gibt Ihnen die DIN 18012.

Die drei wichtigsten Aspekte:

  • Netzanschlussraum/Technikraum an straßenseitige Außenwand
  • Leitungsverlauf geradlinig im 90°-Winkel zur Straße
  • Leitungslänge so kurz wie möglich

Freileitungsnetz oder Anschluss im Hochwassergebiet?

Bei Bauvorhaben in einem Gebiet, das über ein Freileitungsnetz versorgt wird, oder das sich in einem Hochwassergebiet befindet, müssen Sie den Netzanschluss vor Baubeginn mit uns abstimmen.

Der Netzanschlussraum/Technikraum

Die Art und Größe des Netzanschlussraums regelt die DIN 18012. Dabei ist immer eine zentrale Anordnung aller Netzanschlüsse und Messeinrichtungen in unmittelbarer Nähe zueinander vorzusehen. Die folgende Tabelle hilft Ihnen bei der Auswahl über die Art der Netzanschlussplätze:

Art der Einrichtung Grund Größe Abzustimmen mit
Netzanschlussraum > 5 Nutzungseinheiten (Wohneinheiten + Gewerbeeinheiten) 2m x 2m x 1,80m (LxHxB) (siehe auch Link) Architekten /Planer
Netzanschlusswand < 5 Nutzungseinheiten Die Größe richtet sich nach Anzahl der unterzubringenden Verbrauchseinrichtungen inklusiver Mindestabstände Fachbetrieb (Sanitär und Elektro)
Netzanschlussnische < 5 Nutzungseinheiten + Gebäude nicht unterkellert Siehe Link Fachbetrieb (Sanitär und Elektro)
Zähleranschlusssäule Keine Unterbringung im Gebäude möglich Maße durch Zähleranschlusssäule vorgegeben Fachbetrieb

Die Anordnung der Verbrauchseinrichtungen können Sie den Abbildungen B1 und B2 entnehmen.

Wichtig zu wissen: Erst Fertigstellung, dann Netzanschluss

Die Netzanschlüsse können erst hergestellt werden, wenn der Raum für den Netzanschluss fertiggestellt und verschließbar ist.

Netzanschlussraum/Technikraum mit Keller

Netzanschlussraum/Technikraum ohne Keller

Hauseinführung

Damit wir Ihnen die Netzanschlüsse herstellen können, benötigen Sie vom DVGW und VDE zertifizierte Hauseinführungen. Diese garantieren Ihnen, dass Ihr Eigenheim vor drückendem Grundwasser und Feuchtigkeit geschützt ist. Eine Mehrspartenhauseinführung (MSHE) ist fast immer zu empfehlen.

Vorteil MSHE:

  • Platzsparend
  • Nur eine Maueröffnung
  • Nur eine mögliche Fehlerquelle

Bei unterkellerten Gebäuden ist der Einbau einer MSHE einfach. Nachdem die Kellerwand durch das Tiefbauunternehmen freigelegt ist, wird mithilfe eines Kernbohrers die Kellerwand geöffnet. Die MSHE kann jetzt fachgerecht eingebaut und die vorgesehenen Versorgungsmedien installiert werden. Bei unterkellerten Gebäuden übernehmen wir für Sie die Beschaffung der MSHE, die Kernbohrung sowie die gesetzliche Gewährleistung. Es sei denn, Sie haben mit uns eine andere Vereinbarung geschlossen (siehe späterer Vertrag).

 

Abbildung B2 (Quelle: DOYMA GmbH & Co, MSP mit Keller, 2019)

Bei nicht unterkellerten Gebäuden ist der Ablauf für die Erstellung der Hauseinführung wie folgt: Der Einbau der MSHE beginnt beim Gießen der Bodenplatte. Hier sollten Sie sich an Ihren Bauträger oder an das Bauunternehmen wenden, die den fachgerechten Einbau der MSHE für Sie übernehmen. Das heißt: BonnNetz kann keine MSHE für Sie zur Verfügung stellen und keine Gewährleistung übernehmen. Im Vergleich zum unterkellerten Gebäude entfällt die Kernbohrung. Die Leerrohre der MSHE werden von Ihrer Fachfirma unter der Bodenplatte entlang bis zur Straße verlegt. Bei der Herstellung der Netzanschlüsse ziehen wir die Rohrleitungen und Kabel durch die vorhergesehenen Leerrohre ins Haus.

 

Abbildung B2 (Quelle: DOYMA GmbH & Co, MSP mit Keller, 2019)

Alternativen zur Mehrspartenhauseinführung

Falls eine Mehrspartenhauseinführung nicht möglich ist, werden Einzeleinführungen (auch Einspartenhauseinführung) für Gas, Wasser, Strom ausgeführt.

Gründe, warum eine MSHE nicht möglich ist:

  • Elektrische Leistung > 78 kW (i.d.R. kein Standardanschluss)
  • Erdgasversorgung über Niederdruck oder erhöhtem Niederdruck
  • Trinkwasserversorgung > 6 Liter/Sekunde (i.d.R. kein Standardanschluss)
  • Generell bei Fernwärmeanschlüssen (Ausnahmen nach Absprache)

Keine Kernbohrung durch BonnNetz

Eine Kernbohrung durch die BonnNetz ist nicht möglich bei:

  • Nicht unterkellerten Gebäuden
  • Weißen oder Schwarzen Wannen
  • Tiefbauleistungen durch den Bauverantwortlichen

Häufig gestellte Fragen

Eine Mehrspartenhauseinführung ist eine Gebäudehauseinführung, die die Versorgungsmedien Strom, Gas, Trinkwasser und Telekommunikation gebündelt in Ihr Objekt einführt. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen für Objekte mit und ohne Keller.

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