Abrechnung bei negativen Strompreisen

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Entsprechend der Regelungen im § 51 EEG verringert sich der anzulegende Wert für den gesamten Zeitraum, in dem die Stundenkontrakte ohne Unterbrechung negativ sind, auf null, wenn der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone für Deutschland am Spotmarkt (Strombörse EPEX) in der vortägigen Auktion in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Stunden negativ ist.

Für den in dieser Zeit produzierten Strom, besteht demnach kein Anspruch auf Zahlung einer Vergütung.

Diese Regelung ist für folgende Anlagen (Inbetriebnahme ab 01.01.2016) anzuwenden:

  • Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung ≥ 3 MW
  • Alle weiteren durch das EEG geförderten Anlagen mit einer installierten Leistung ≥ 500 kW
  • Pilotwindenergieanlagen an Land oder See

 Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Gemäß § 7 Abs. 7 KWKG verringert sich der Anspruch auf Zahlung von Zuschlägen auf null, für Zeiträume, in denen der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone Deutschland am Spotmarkt der Strombörse in der vortägigen Auktion null oder negativ ist.

Der während eines solchen Zeitraums erzeugte KWK-Strom wird nicht auf die Dauer der Zahlung nach § 8 KWKG angerechnet.

Diese Regelung ist für folgende Anlagen (Inbetriebnahme ab 01.01.2016) anzuwenden:

  • KWK-Anlagen im Geltungsbereich des KWKG 2016

Ausnahmen: KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 2 kW, für die der KWK-Zuschlag als pauschale Einmalzahlung gezahlt wurde (§ 9 Abs. 1 KWKG)

 Mitteilungspflichten

Anlagen ohne registrierende Lastgangmessung 

Nach § 15 Abs. 4 KWKG sind Anlagenbetreiber verpflichtet, dem zuständigen Netzbetreiber im Rahmen der Jahresabrechnung Angaben zur Strommenge bis zum 31. März eines jeden Jahres vorzulegen, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind.

Kommen Anlagenbetreiber ihrer Mitteilungspflicht nicht nach, verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 % pro Kalendertag, in dem dieser Zeitraum ganz oder teilweise liegt.

Die entsprechenden Zeiträume werden auf der Internetseite der Übertragungsnetzbetreiber (www.netztransparenz.de) veröffentlicht.

Umfang der Meldung:

  1. Menge, die nicht in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird
  2. Menge der KWK-Nettostromerzeugung
  3. Menge der KWK-Nutzwärmeerzeugung
  4. Brennstoffart und Brennstoffeinsatz
  5. Vollbenutzungsstunden (Datum und Uhrzeit der Ablesung notieren)
  6. Nachweis über entrichtete EEG-Umlage, in Fällen des § 6 Abs. 3 Nr. 2
  7. Nachweis über den Einsatz der KWK-Anlage in einem stromkostenintensiven Unternehmen (§ 6 Abs. 3 Nr. 3) sowie darüber, dass der KWK-Strom durch das Unternehmen selbst verbraucht wurde

 Anlagen mit registrierender Lastgangmessung

KWK-Anlagen, bei denen eine Lastgangmessung vorhanden ist, sind von den Meldepflichten nach § 15 Abs. 4 KWKG befreit. Hier werden die Mengen, in denen der Strompreis null oder negativ war, anhand der Lastgangdaten bestimmt.